Schlagwort-Archive: Schweiz

Alex Capus. Das Leben ist gut

capus_das_leben_ist_gutMax und Tina sind ein Schweizer Ehepaar, seit 25 Jahren glücklich verheiratet, drei Söhne im Teenageralter. Das klingt langweilig, doch suggeriert das Cover ja schon mal eine großartige Familiengeschichte. Ein Foto aus den 50er Jahren. Spielt denn die Geschichte auch in dieser Zeit? Nein, denn da gab es keine Smartphones. Und die Söhne von Max spielen die meiste Zeit an ihren Smartphones. Und sonst? Wie alt sind die Söhne? Wie heißen sie? Keine Ahnung, denn das scheint dem Autor nicht wichtig, muss er doch mit den selbstverliebten Innenansichten seiner Figur Max langweilen. Max ist Inhaber der Sevilla-Bar, er erzählt, was er da täglich tut und dass er seine Tina vermisst (die für eine Gastprofessur in Paris weilt).
Stöbert man ein bißchen in den Medienberichten, findet man heraus, dass auch Alex Capus seit 25 Jahren verheiratet ist und eine Bar besitzt – die Galiciabar in Olden. Natürlich mit einem stattlichen Toro! Weiterlesen

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Akos Doma. Der Weg der Wünsche

doma_weg_der_wunscheAkos Domas Der Weg der Wünsche ist ein sehr stiller Roman, dessen Kraft sich ganz langsam entfaltet, der aber lange nachwirkt. Er ist außerdem einer der wenigen unter den 20 Nominierten der Longlist, welchen ich bis zur letzten Seite gelesen und dabei Freude und Glück empfunden habe. Ich wachte morgens auf, und meine ersten Gedanken waren: Kaffee trinken. Doma lesen. Mit jedem Tag ist mir die kleine ungarische Familie ein Stück mehr ans Herz gewachsen, habe ich intensiver mit Teréz, Károly, Misi und Bori gelacht und gelitten.

Schaue ich zurück auf den Tag der Veröffentlichung der Longlist, dann war es genau dieses Buch, das mich neben Bodo Kirchhhoffs Widerfahrnis am meisten interessierte. Dass Doma die Geschichte einer Flucht aus dem Ungarn der 70er Jahre erzählt, hatte mich sofort neugierig gemacht. Genau wie der Junge Misi im Roman, hat auch Akos Doma als Jugendlicher mit seiner Familie Budapest verlassen, um über Italien und die Schweiz nach Deutschland zu flüchten. Ganz subtil beschreibt er die stille und unauffällige, aber tiefgreifende Veränderung einer Familie unter den Bedingungen der Flucht. Weiterlesen