Schlagwort-Archive: Wallstein Verlag

Lot Vekemans: Ein Brautkleid aus Warschau

lot_vekemans_ein_brautkleid_aus_warschauIch mag Geschichten mit offenem Ende. Auch die niederländische Dramaturgin und Autorin Lot Vekemans mag es, wenn der Leser am Ende selbst entscheiden kann, wie es mit den Figuren der Geschichte weiter geht.  Und so bleiben viele Fragen offen, wenn in ihrem Roman „Ein Brautkleid aus Warschau“ der letzte Satz gesagt ist. Ihre holländischen Leser seien darüber erzürnt gewesen, sagt Lot Vekemans mit einem charmanten Lächeln. Auf der Lese-Bühne der Kammerspiele im Deutschen Theater (21.02.16) erzählt sie, wie es zum Roman gekommen ist, der ursprünglich als Theaterstück geplant war. Moderiert wird die Veranstaltung von Thorsten Ahrendt vom Wallstein Verlag . Felix Goeser und Kathleen Morgeneyer lesen einzelne Passagen.

In der dramaturgischen Version, so erzählt Vekemans, sollten ein paar verrückte Holländer mit einem Bus nach Polen fahren. Dort würde nach einer Panne alles anders verlaufen, als ursprünglich geplant … Schnell aber spürte die Autorin während des Schreibens, dass diese Idee für die Bühne nicht funktionierte. Die Hauptfigur Marlena nahm bereits so viel Raum in ihrem Kopf ein, dass sie beschloss, deren Geschichte zu erzählen. Erste Leseproben begeisterten auch ihre Freunde. Ein spannendes Projekt.  Weiterlesen

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Kai Weyand. Applaus für Bronikowski

weyand_applaus_für_bronikowskiDer achtzehnte März brachte die erste warme Frühlingsluft des Jahres. NC wurde an diesem Tag einunddreißig, und außer der Gewissheit, dass sein Bruder anrufen würde, um ihm zu gratulieren, hatte er keine Vorstellung, was er sich von diesem Ereignis versprach.

Und wie das so ist mit Geburtstagen – der eine feiert eine riesige Party, der andere gruselt sich vor dem einen Anruf pro Jahr, den er hasst. Doch bei NC ist es eben nicht nur dieser eine Tag. Sein ganzes bisheriges Leben ist eine endlose Kette solcher Tage. Und genauso wenig, wie er sich von diesem einen Tag erwartet, so hatte er dies am vorigen getan oder würde es für den folgenden Tag tun. Weiterlesen

Gregor Sander. Was gewesen wäre

Gregor SanderTief beeindruckt lege ich diesen Roman zur Seite, der mich vom ersten bis zum letzten Satz gefesselt hat. Auf der Suche nach einer ganz besonderen Story hatte ich meinen Stapel mit den Neuerscheinungen durchwühlt, bis ich diesen schmalen Band in der Hand hielt und dachte – okay, klingt gut.

Einige Stunden später, es ist bereits dunkel, sitze ich da und fühlte mich einfach nur glücklich. Glücklich deshalb, weil ich endlich wieder einen Roman gefunden habe, der sich abhebt aus der Fülle der neuen Bücher. Ein Roman, der berührt, verzaubert, eigene Erinnerungen wach ruft und der sprachlich überrascht – eine ganz außergewöhnliche Story!

Geschickt werden Erzählperspektiven, Orte und Zeiten der Handlung miteinander verknüpft. Eben noch bin ich mit Julius und Astrid im Sommer 1987. Dann – einem Kameraschwenk gleich – mit Astrid und ihrem heutigen Freund Paul im Budapest der Jetzt-Zeit. Erinnerungen fließen in gegenwärtige Handlungen und umgekehrt. Und was für Bilder er zaubert!  Weiterlesen