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Sylvia Plath. Die Glasglocke

plath_die_glasglockeIhr Ton ist schnodderig, kühl, manchmal frech. Scheinbar emotionslos. Esther Greenwood ist aber weder kühl noch unsensibel. Sie ist ein „kleines Mädchen“ in der großen Stadt. 1953 kommt sie für ein Volontariat bei einer angesehenen Modezeitschrift aus Boston nach New York. Sie will sich perfekt verhalten, will alles richtig machen. Doch hinter ihrer Coolness und dem schnodderigen Ton verbirgt sich eine extrem empfindsame Seele. So empfindsam, dass Esther eines Tages zu Tabletten greift. Sie leidet unter einer schweren Depression, hat das Gefühl, unter einer Glasglocke zu sitzen, in welcher sich der Dunst wie Watte um sie schiebt, bis sie sich nicht mehr rühren kann. Den Vorschlag ihrer Mutter, zu verreisen, lehnt sie ab, denn … egal, wo ich saß – ob auf dem Deck eines Schiffes oder in einem Straßencafé in Paris oder Bangkok -, immer saß ich unter der gleichen Glasglocke in meinem eigenen sauren Dunst (S. 200).  Weiterlesen