Schlagwort-Archive: Suhrkamp Verlag GmbH & Co. Berlin

Lenù, Lila, Neapel – die Geschichte geht weiter

ferrante_die_geschichte_eines_namensMeine geniale Freundin ist aus den Buchhandlungen nicht mehr wegzudenken. Seit Erscheinen des Buches im September 2016 kommen Leser und Leserinnen verschiedensten Alters, um das Buch zu kaufen oder einfach vor dem Tisch mit den Bücherstapeln zu stehen und darüber zu reden. Ein junger Mann sagte zu mir, ihn hätte emotional nichts so berührt, wie Ferrantes Meine geniale Freundin und wann die Fortsetzung käme. Auch ich war extrem gespannt auf Die Geschichte eines neuen Namens – erschienen im Januar 2017. Anfangs verschreckten mich noch die mehr als 600 Seiten. Würde ich gut reinkommen in die Story, mich an jede der Figuren erinnern? Ich befürchtete, Lenù könnte mich wieder nerven mit ihrer streberhaften Art. Doch dann betrete ich diesen kleinen turbulenten Kosmos des Rione. Und bin sofort drin! Bereits mit den ersten Sätzen ist diese Magie wieder da:

Im Frühling 1966 vertraute Lila mir in höchster Aufregung eine Blechschachtel mit acht Schreibheften an. Sie sagte, sie könne sie nicht länger zu Hause behalten, sie fürchte, ihr Mann könne sie lesen, … zu jener Zeit stand es denkbar schlecht um unsere Freundschaft, doch offenbar sah nur ich das so …  Weiterlesen

Advertisements

Ralf Rothmann. Hitze

Ralf_Rothmann_HitzeEben lese ich die sehr positive Rezension zum neuen Roman von Ralf Rothmann bei pop-polit und will nun sofort „Im Frühling sterben“ lesen. Rothmann ist auch für mich einer der ganz großen Autoren. Seine Sprache ist exzellent. Und die Storys, welche er erzählt, überraschen mich immer neu. So auch „Hitze“, das zu großen Teilen im Berliner Bezirk Kreuzberg einige Jahre nach der Wende spielt. Eine neue Empfehlung in meiner Reihe „Wiedergelesen in 8 Sätzen“. Und passt in jeden Koffer:

Blickt man die rußige Fassade hinauf, sind die Tauben nur mit Mühe vom Stuck zu unterscheiden, von dem Lorbeer und den Lilien aus Stein, an die sich geschmiegt haben … Kalter, nach Braunkohle riechender Wind treibt Graupel über den Asphalt und erzeugt ein Rascheln in den Bäumen, alten Eichen, riesigen Kastanien … (S. 11).

Es ist Herbst, die Stimmung des Romans passt sich der Tristesse dieser ersten kühlen Tage perfekt an. Weiterlesen