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Julya Rabinowich. Dazwischen: Ich

rabinowich_dazwischen_ich_hanserWeil unausgesprochene Worte manchmal wie Hühnerknochen sind, die sich im Hals verkeilen, schreibt die fünfzehnjährige Madina alles auf, was sie bedrückt. Eigentlich ist sie ein ganz normales Teenagermädchen, das sich Gedanken um das Leben, um die Schule und um seine Familie macht. Wenn da nicht ihre Vergangenheit wäre …

Wo ich herkomme? Das ist egal. Es könnte überall sein. Ich komme von überall. Ich komme von Nirgendwo. Hinter den sieben Bergen. Und noch viel weiter. Dort, wo Ali Babas Räuber nicht hätten leben wollen. Jetzt nicht mehr. Zu gefährlich (S. 7).

Autorin Julya Rabinowich lässt ihre Figur Madina Tagebuch schreiben und gibt so unzähligen Mädchen aus verschiedensten Ländern eine einzige sehr persönliche Stimme. Diese beeindruckt, hallt lange nach. Dazwischen: Ich ist ein Jugendroman, auch für Erwachsene. Seine Kraft und Stärke liegt in der ganz besonderen Sprache zwischen frech und schüchtern, draufgängerisch und verängstigt. Manchmal springt die Stimmung von einer Zeile zur nächsten. Von nachdenklich auf aggressiv. Beispielsweise fragt Madina sich, warum sie oft und gerne richtig wütend ist. Naja, schreibt sie, sie fühle sich dann lebendig. Wenn ich traurig bin, spüre ich wenig, fast nichts. Scheiß dich nicht an (S. 76).  Weiterlesen