Schlagwort-Archive: Die Straße

Ann Petry. Die Strasse

petry_die _strasseEgal, ob Lutie Johnson zu Fuß durch New York City hastet oder mit der Subway von Downtown Manhattan nach Harlem fährt – immer ist man mitten drin mit ihr in dieser aufregenden einzigartigen Metropole. Vor dem inneren Auge den Stadtplan New Yorks:

Ein kalter Novemberwind jagte durch die 116th Street. Er rüttelte an Mülltonnendeckeln, saugte Rollos aus halboffenen Fenstern und klatschte sie von außen gegen die Scheiben, und er vertrieb zwischen Seventh und Eight Avenue fast alle von der Straße, bis auf ein paar gehetzte Passanten (Seite 7).

Atmosphärisch und geradezu filmisch beginnt dieser Roman. Er bleibt es bis zum letzten Satz. Und hat man diesen schließlich gelesen, muss man sich eingestehen, dass das Ende unerwartet bitter ist (mit einem winzigen Lichtblick, immerhin). Doch es sind die 40er Jahre in Harlem in New York City. Was hatte ich erwartet? Weiterlesen

Nächte totenstill und totschwarz – McCarthy. Die Straße

mccarthy_die_strasseEigentlich wollte ich das traurige Jahr 2016 mit diesem düster-melancholischen Buch beenden. Wie passend, hatte ich mir gedacht. Ich begann mit dem Lesen. Düstere Endzeitstimmung! Mir fehlte dann doch die Kraft …
Heute ist der 22. Januar und das Buch liegt neben mir. Ja, ich habe es nun ausgelesen, wollte wissen, wie es endet. Diese Vater-Sohn-Geschichte hatte mich irgendwie vom ersten Satz an berührt und einfach nicht losgelassen. Wie sich beide durch dieses völlig zerstörte und in Asche gehüllte Amerika schleppen. Keine Sonne. Nur graue Tristesse. Die Nächte totenstill und totschwarz. So kalt. (S. 241).
Der Plan, nach Süden ans Meer zu gehen sowie die damit verbundene Hoffnung, geben Vater und Sohn Kraft. Ob das Meer blau sei, fragt der Junge. Der Vater weiß nur, dass es früher blau war. Früher, als es noch Möwen und Fische gab –  Weiterlesen