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„Nehmen wir uns vor den Menschen in Acht“ – Olivier Guez und sein Roman über Josef Mengele

guez_das_verschwinden_des_josef_mengeleEin Ozeandampfer pflügt 1949 durch das schlammige Flusswasser von Buenos Aires. Allein an der Reling: Helmut Gregor. Später wird er weitere Namen tragen, wird sich Wolfgang Gerhardt oder Onkel Pedro nennen – doch er ist immer Josef Mengele, der ehemalige Lagerarzt vom Vernichtungslager Auschwitz. Ihm ist die Flucht aus Deutschland gelungen.
Atemlos lese ich, wie er in Argentinien ankommt, wie er unterstützt und hofiert wird. Von Diktatoren wie Perón, von Politikern und Sympathisanten. Auch seine Familie in Deutschland sorgt für tiefste Geheimhaltung – noch lange nach seinem Tod. Sohn Rolf hofft, dass irgendwann die Zeit Mengele verschlingen würde. Eine unsinnige und absurde Hoffnung. Menschen wie Mengele verschwinden nicht einfach so aus dem kulturellen Gedächtnis.

Olivier Guez ist das große Wagnis eingegangen, diesen Roman zu schreiben, uns von der Zeit Mengeles in der Emigration zu erzählen. Weiterlesen

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