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Short Story über einen coolen Tag: Spreepartie

Organisiert von der Agentur Kirchner Kommunikation, ging es gestern gemeinsam mit sechs BloggerInnen einmal quer durch Berlin. Ein literarischer Trip – von Kreuzberg über Charlottenburg und Mitte bis nach Prenzlauer Berg. Als Berlinerin könnte ich fragen, ob es da noch so viel Unentdecktes geben kann. Es kann. Und wie! Die Welt der Berliner Buchhandlungen und Verlage ist vielfältig und bietet unendliche Möglichkeiten.

röckl_und_dann_platzt_der_kopfBei einem Brunch im Büro der Kirchner Kommunikation lernen wir die Leipziger Illustratorin Christina Röckl kennen. Im Herbst diesen Jahres erscheint der von ihr illustrierte Roman Liegender Akt in Blau im kunstanst!fter Verlag. Erzählt wird die tragische Liebesgeschichte des Malers Nicolas de Staël und seiner letzten Muse. Um sich für diesen Roman inspirieren zu lassen, hat sie authentische Orte in Italien und Frankreich aufgesucht. Wieviel Arbeit in einem einzigen Bild stecken kann! Ich muss zugeben, dass ich voll tiefstem Respekt dort sitze und staune. Christina malt wild bunte Bilder in kräftigen Farbtönen. Für ihr Debüt Und dann platzt der Kopf hat sie 2015 den Deutschen Jugendliteraturpreis (Sparte Sachbuch) erhalten.  Weiterlesen

Christine Wunnicke. Der Fuchs und Dr. Shimamura

wunnicke_der_fuchsIn seinem Haus in Kameoka sitzt Ende Februar 1922 in einem Rattansessel Dr. Shimamura, Professor emeritus für Nervenheilkunde in Kyoto. Sein Fieber steigt, denn Shimamura leidet an Schwindsucht. Ihm ist kalt, weshalb er über seinem Kimono einen verschlissenen Morgenrock aus Deutschland trägt. Weil sich die Ärmel des seidigen Kimonos ständig verknautschen und um seine mageren Arme herum verdrehen, will er seit Ewigkeiten den Kimono über statt unter dem Morgenrock tragen, tut es aber nie. Eigentlich hasst er diesen Morgenrock, den er vor etwa 40 Jahren in einem eleganten Modegeschäft am Pariser Platz in Berlin erstanden hat. Shimamura ist mir sofort sympathisch. Wie er dort, umsorgt von vier Frauen, in seinem kleinen Haus sitzt und auf das vergilbte Fensterpapier schaut, welches in der Farbe seinem Morgenmantel ähnelt. Seine Gedanken gehen zurück nach Wien, wo er als Eingebildeter Kranker zu einem Kostümfest eben jenen Morgenmantel trug, nebst einer Schlafmütze und einem aus der Irrenanstalt entliehenem Gerät. Viele junge Mädchen waren auf jenem Karneval. Aber … wer hatte ihn damals eingeladen? Daran erinnert er sich nicht.  Weiterlesen