Katja Petrowskaja. Vielleicht Esther

Tolle Überraschung am Abend! Der „aspekte“-Literaturpreis 2014 geht an Katja Petrowskaja. Ich dachte auf Russisch, suchte meine jüdischen Verwandten und schrieb auf Deutsch, sagt die Autorin zum Buch „Vielleicht Esther“. Den ganz besonderen Klang ihrer Sprache konnte ich lange nicht vergessen. Herzlichen Glückwunsch!

masuko13

Petrowskaja, Vielleicht EstherEndlich finde ich Zeit, Petrowskajas Roman zu lesen, an dessen Beginn ich gedanklich mit der Autorin auf dem Berliner Hauptbahnhof stehe. Sie reist nach Warschau – auf den Spuren ihrer Familie. Als ein Kind der ehemaligen Sowjetunion ist sie zwar in Kiew aufgewachsen und lebt heute in Berlin, doch ihre Wurzeln findet sie in den polnischen und jüdischen Teilen der Stadt Warschau.

So folge ich ihr auf verschlungen Pfaden. Tiefer, immer tiefer hinein in ihre Geschichte. Manchmal verliere ich den Überblick – Simon oder Zygmund, Estera oder Esther? – doch nie die Lust, weiterzulesen. Nein, im Gegenteil. Und ich frage mich, wann es mir das letzte Mal passiert ist, dass allein der Klang der Sprache und die Melodie des Textes so starke Emotionen in mir ausgelöst haben. Eindringlich, suggestiv und immer auch mit einem Sinn für Humor, so erzählt Petrowskaja. Sich diesem Sog zu entziehen, unmöglich.

Mehr und mehr bekomme…

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2 Antworten zu “Katja Petrowskaja. Vielleicht Esther

  1. Gerade gestern habe ich das Buch zugeklappt und heute lese ich Deine Zeilen darüber. Ich finde dieses Buch großartig. Die Art zu Schreiben ist schon toll. Einige Male musste ich es beiseitelegen, weil mir über diese Schicksale die Tränen kamen – auch darüber wie um das Leben der taubstummen Waisen gekämpft wurde.
    Ich wusste nicht soviel über die ukrainischen Juden, aber es hat mich zutiefst erschüttert.
    Ich freue mich,dass die Petrowskaja mit diesem Preis ausgezeichnet wurde und hoffe noch mehr von ihr mal lesen zu können.
    Liebe Grüße

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    • Liebe Dorle,
      was für ein schöner Zufall. Du liest das Buch aus – und sie gewinnt den aspekte-Literaturpreis. Manchmal sind die Zufälle so schön, wie im Roman!
      Auch mich haben die Schicksale der taubstummen Kinder tief berührt, mit ihrer melodischen Art des Erzählens schafft Petrowskaja aber nochmal eine ganz besondere Atmosphäre. Das war bestimmt nicht ihr letztes Buch. Ich möchte auch noch mehr von ihr lesen, da stimme ich dir zu. Hoffen wir, dass sie bald neuen Stoff findet. „Vielleicht Esther“ ist ihr erster Roman.
      Ganz liebe Grüße, Masuko

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