Siegfried Unseld und Truman Capote – zwei große Männer feiern 90 Jahre

unseld, siegfriecapote, grasharfecapote, trumanSelten sind  Zufälle so außergewöhnlich und schön wie dieser: Zwei große Männer der Literatur – die unterschiedlicher kaum sein könnten – sind fast zeitgleich vor 90 Jahren geboren! Am 28. September der Suhrkamp-Verleger Siegfried Unseld und am heutigen 30. September der Autor Truman Capote. Ein großer Mann der Verlagswelt und der Autor so berühmter Bücher, wie „Frühstück bei Tiffany“ und „Kaltblütig“.

Und weil das so besonders ist, lese ich die wundervolle kleine Erzählung „Grasharfe“ aus dem Suhrkamp Verlag wieder, deren Anfang sich anfühlt, wie ein warmer Herbsttag im September. Spinnenfäden fliegen glitzernd durch die Luft, Herbstlaub raschelt und wie die letzten wärmenden Sonnenstrahlen dringen diese Worte direkt in mein Herz: Wann war es, dass ich zum ersten Mal von der Grasharfe hörte? Lange vor jenem Herbst, als wir im Paternosterbaum lebten, also in einem früheren Herbst, und es war natürlich Dolly, die mir davon erzählte; niemand sonst hätte diesen Namen finden können …

In einer kleinen verschlafenen Stadt im Südwesten der USA kommt ein 11-jähriger Waisenjunge in die Pflege der Schwestern Talbo. Beide sind grundsätzlich voneinander verschieden: herrisch männlich und heimlich Pfeife rauchend – Verena. Liebevoll, sensibel und menschenscheu – Dolly.

Ein Bonbon ist diese wundervolle kleine und sehr turbulente Geschichte, die von schrullig liebenswerten Figuren bereichert wird. Und die davon erzählt, dass Menschen ein Leben lang die Liebe suchen. Den einen Menschen suchen, dem man ALLES anvertrauen kann. Und die doch meist einsam bleiben –

Erstmals 1952 im Suhrkamp Verlag erschienen, schenkt mir  „Grasharfe“ kleine Momente des Glücks und ist aus meiner Bibliothek nicht wegzudenken.

Truman Capote. Die Grasharfe. Aus dem Amerikanischen von Annemarie Seidel und Friedrich Podszus, neu durchgesehen von Birgit Krückels. Suhrkamp Taschenbuchverlag. Frankfurt am Main 2000. 200 S. 7,50 €

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Eine Antwort zu “Siegfried Unseld und Truman Capote – zwei große Männer feiern 90 Jahre

  1. Ein Freudensprung. Ein schöner Beitrag. Mir fällt das Ansetzen, der roten Geige ein und der bronzefarbene Schmetterling, der dort ruhte. Ja, die Menschen. Etwas schrullig trifft es gut. Alles und alle hatten etwas, was ich selbst irgendwie kannte oder kenne, mal dachte. Die Sprache und das nie aufhörende Poetische der Zeilen zog mich aber am meisten in das Buch. Der Freudensprung endet kurz. Ich finde das Buch gerade nicht in meinem Bücherregal. Ich begnüge mich aber dennoch nun weiter mit einem Buchtipp von deiner Seite.

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