Angelika Klüssendorf. april

Schon im Frühling 2014 war „April“ eines meiner Herzensbücher. Nun steht Angelika Klüssendorf mit ihrem schmalen Roman auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2014. Und ich finde das großartig!

masuko13

aprilWieder so ein Roman, der einen packt und so richtig durchschüttelt vom ersten bis zum letzten Satz. Ich gestehe, dass ich mit der Vorgeschichte „Das Mädchen“ (August 2011) nicht klar kam. War mir zu spröde, zu hart, zu real.

Auch wenn die Sprache in „April“ wieder sehr reduziert ist, so liest es sich diesmal doch wahnsinnig gut und außerdem fasziniert mich die Story einfach sehr. Radikal kurze, aber inhaltsreiche Sätze umspannen eine Zeit von etwa 10 Jahren. Auf lediglich 219 Seiten! Ohne, dass genau benannt wird, in welcher  Zeit und wo der Roman überhaupt spielt, spürt man schnell, es sind die späten 70er und frühen 80er. Ort: Leipzig.

April ist mir von Anfang an so symphatisch, wie eine beste Freundin. Liebevoll nennen ihre Freunde sie Rippchen – weil sie so extrem dünn ist. Den Namen April hat sie sich, inspiriert durch Deep Purples gleichnamigen Song, selbst zugelegt. April trägt gern…

Ursprünglichen Post anzeigen 363 weitere Wörter

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7 Antworten zu “Angelika Klüssendorf. april

  1. Liebe Masuko,
    dieses Buch möchte ich auch noch unbedingt lesen, zumal die Autorin im Oktober zu einer Vorlesung in unsere Stadt kommt und ich diese besuchen werde.
    Hast Du eigentlich auch „Das Mädchen“ gelesen? Ist es empfehlenswert, dieses vor „April“ zu lesen?
    LG
    lesesilly

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    • Liebe Leselilly,
      das ist bestimmt eine tolle Erfahrung, Angelika Klüssendorf persönlich kennen zu lernen!
      Obwohl auch „Das Mädchen“ sprachlich großartig ist, habe ich es damals nicht zu Ende lesen können, ich habe es einfach nicht ausgehalten.
      Sie beschreibt darin sehr realistisch und außerdem sehr persönlich die Geschichte vernachlässigter Kinder. Aprils Kindheit sozusagen. Der neue Roman knüpft zwar genau da an, wo ihre Kindheit endet. Ich habe aber nichts vermisst. Es ist, als würde man eine neue Freundin haben. Ohne das Wissen um ihre schreckliche Kindheit. Nun darfst du entscheiden.
      Liebe Grüße, Masuko

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  2. Masuko ach wie schön.

    Ich weiß, was du mit deinen Sätzen zu „Das Mädchen“ meinst. Spröde trifft es. Aber ich fand es lesenswert, da in diesem Buch auch einmal Grausamkeiten einer Mutter aufgezeigt werden. Eine schon fast literarische Seltenheit. Oft sind nur Väter die Tyrannen. Und es gab nicht dieses in die Opferrolle fallen. April geht weiter. Doch die peitschende Härte und Realität liessen mich schlucken.

    „April“ hingegen ist einfach schön. Eine Wucht der Zeilen. Ich wünsche Angelika Klüssendorf sehr, dass sie den Buchpreis gewinnt. Allein, weil es für mich und sicher für viele Andere auch eine persönliche, hohe Wichtigkeit hat.

    Dennoch hat der Buchpreis auch drei weitere Bücher enthalten die mir sehr gefielen.

    Sei lieb gegrüßt.

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    • Jetzt hast du mich aber neugierig gemacht. Welches sind deine drei weiteren Favoriten? Wirst du sie besprechen?
      Schön, dass du meine Meinung zu beiden Romanen teilst. „April“ ist doch bei aller Tristesse des DDR-Lebens versöhnlicher geschrieben. Vielleicht sollte ich „Mädchen“ eine 2. Chance geben?
      Liebe Grüße, Masuko

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  3. Liebe Masuko,
    Sasa Stanisic „Vor dem Fest“ mochte ich auch sehr. Ich hatte erst überlegt darüber etwas zu schreiben allerdings wurden schon sehr viele Rezensionen dazu geschrieben.

    Sieben Sprünge vom Rand der Welt von Ulrike Draesner ist ein heftiger Nachkriegsroman. Menschen, die gelitten haben und irgendwie weiterleben. Mit ihren ganzen Folgen und Momenten, die sie einholen. Ein sehr ernstes Thema, welches dennoch oft Witz hat. Ich glaube sonst wäre es zu schwer. Ich mochte die Ausdrucksweise von Ulrike Draesner. Nichts ist bieder oder keine Seite ist mit dem Gedanken verbunden, dass es immer dasselbe über den Krieg sei. Schon merkwürdig bei dem Thema Verarbeitung des Krieges zwischenzeitlich zu schmunzeln. (Ich denke dieses Buch bekommt bald einen Betrag in meinem Blog.)

    Christoph Poschenrieder „Das Sandkorn“ und Marlene Streeruwitz „Nachkommen“ sind auch gut, aber ich gebe zu gerade beim Schreiben dessen festzustellen eher „April“ und die Zwei gerade oben genannten literarisch mehr vorzuziehen.

    Eine große Spannung habe ich auf „Zwei Herren am Strand“ von Michael Köhlmeier.

    Masuko, zu „Das Mädchen“ Bücher die ich aus der Hand lege, finden selten den Weg dahin zurück. Es sei denn ich brauche eine Pause, um selbst zu verarbeiten, weil es bewegt oder Zeilen einmal zu tief ins Herz treffen.

    Es ist auch mal gut zu sagen, dass etwas nicht auszuhalten ist. Dann ehrlich gesagt lieber keine 2. Chance. April ist wirklich besser.

    Welches sind deine Favoriten?

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    • Ja, da hast du vielleicht Recht. Wenn du es auch so siehst, dass „April“ weitaus besser ist, dann nehme ich das jetzt mal so an.

      Ich werde unbedingt lesen: „Pfaueninsel“ von Hettche und „Am Fluß“ von Kinsky. Beide interessieren mich wirklich sehr. Und vielleicht schreibe ich darüber hier im Blog. Freue mich auf deinen Bericht zu Ulrike Draesner.
      Liebe Grüße, Masuko

      Gefällt 1 Person

  4. Berichte gern von der Pfaueninsel. Mich reizt es irgendwie nicht, aber vielleicht ändere ich ja meine Meinung.

    Herzlich, die Gedankenlabyrintherin.

    Gefällt 1 Person

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